29.01.2025 | Parlament

Worte von Bundestagspräsidentin Bärbel Bas vor Eintritt in die Tagesordnung im Gedenken an die Opfer der Gewalttaten von Magdeburg und Aschaffenburg

[Es gilt das gesprochene Wort]

Liebe Kolleginnen und Kolleginnen,

seit unserer letzten Sitzung im Dezember wühlen zwei entsetzliche Attentate unser Land auf.

Wir sind fassungslos und fragen uns:  
Wie konnten zwei Männer, die in Deutschland Schutz suchten und fanden, eine solche Gewalt gegen Unschuldige verüben? 
Sogar gezielt gegen Kinder.  
Was sind die Motive? 
Was sind die Konsequenzen?
Welche Folgen hat das für unsere Gesellschaft?

Diese Fragen werden wir heute auch hier im Deutschen Bundestag diskutieren.

Doch zuvor bitte ich um einen Moment des Innehaltens.

Wir trauern um die Opfer der Angriffe von Magdeburg und Aschaffenburg.

In Magdeburg raste ein Mann über den Weihnachtsmarkt und tötete sechs Menschen. 
Darunter ein neunjähriger Junge. 
Hunderte Frauen, Männer und Kinder wurden verletzt. 
Manche von ihnen schwer. 
Menschen, die zu Weihnachten das Fest der Liebe feiern wollten.

In einem Park in Aschaffenburg griff vor einer Woche ein Mann eine Kindergarten-Gruppe mit einem Messer an.  
Zwei Menschen starben,  
drei Menschen wurden verletzt.

Wir trauern um einen zweijährigen Jungen.  

Und wir trauern um einen Familienvater, der mit seinem mutigen Eingreifen die Kinder vor noch mehr Leid beschützt hat.  

Seine Selbstlosigkeit und sein Mut verdienen unseren tiefen Respekt.

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, 
wir fühlen mit den Angehörigen der Opfer und mit den Betroffenen.
Wir sind in Gedanken bei ihnen.

Unser Dank gilt den vielen Helferinnen und Helfern, den Rettungskräften sowie den Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten.

Wir gedenken der Opfer und der Versehrten in Magdeburg und Aschaffenburg.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, 
ich bitte Sie, sich für eine Schweigeminute zu erheben.

Vielen Dank.

Wir werden jetzt nach einer kurzen Unterbrechung eine wichtige Debatte über die Gewalttaten führen.

Diese Debatte muss ehrlich, schonungslos UND respektvoll sein.  Auch das ist unsere Verantwortung in diesen Tagen.