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Parlament

Überweisungen im vereinfachten Verfahren

Ohne Aussprache hat der Bundestag am Donnerstag, 18. Juni 2020, eine Reihe von Vorlagen zur weiteren Beratung in die Ausschüsse überwiesen:

EU-Abfallrahmenrichtlinie: Die Bundesregierung will mit ihrem Gesetzentwurf zur Umsetzung der Abfallrahmenrichtlinie der Europäischen Union (19/19373) das Kreislaufwirtschaftsgesetz sowie das Elektro- und Elektronikgerätegesetz ändern. Zudem sollen mit dem Entwurf Verordnungsermächtigungen erlassen werden, um die Einwegkunststoff-Richtlinie umzusetzen. Darüber hinaus werde mit dem Entwurf “eine weitere ökologische Fortentwicklung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes angestrebt„, schreibt die Bundesregierung. Eingeführt wird dazu unter anderem eine Obhutspflicht für Produktverantwortliche, die künftig dafür sorgen soll, dass retournierte Waren nicht mehr aus wirtschaftlichen Gründen vernichtet werden dürfen. Der Bundesrat fordert in seiner Stellungnahme, bei der Obhutspflicht zügig konkretisierende Verordnungen zu erlassen. Als wesentliche Änderungen führt die Bundesregierung unter anderem die intensivere Vermeidung und Verwertung von Abfällen an. Beispielsweise sollen Recycling-Quoten erhöht und fortgeschrieben, die Pflicht zur Getrenntsammlung gestärkt und die Produktverantwortung erweitert werden. Der Entwurf soll federführend im Umweltausschuss beraten werden.

Internationale Rechtshilfe in Strafsachen: Im Rechtsausschuss beraten werden soll der Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Änderung des Gesetzes über die internationale Rechtshilfe in Strafsachen (19/19852). Die Änderungen zielen zum einen darauf ab, im Vollstreckungshilfeverfahren die Gerichte und das Bundesamt für Justiz zu entlasten. Zum anderen werden die Bestimmungen zur Durchführung der EU-Verordnung über die gegenseitige Anerkennung von Sicherstellungs- und Einziehungsentscheidungen geschaffen. Die Verordnung Sicherstellung und Einziehung gilt für alle EU-Mitgliedstaaten mit Ausnahme Irlands und Dänemarks. Um die praktische und reibungslose Anwendung der Verordnung Sicherstellung und Einziehung ab dem 19. Dezember 2020 sicherzustellen, sind laut Regierung einzelne Durchführungsbestimmungen im nationalen Recht erforderlich. Die Verordnung Sicherstellung und Einziehung regelt den Angaben zufolge sowohl die Einziehung als Maßnahme der Vollstreckungshilfe als auch die Sicherstellung als Maßnahme der sonstigen Rechtshilfe.

Kommunalinvestitionsförderungsgesetz: Ein Antrag der Linken mit dem Titel “Förderzeiträume des Kommunalinvestitionsförderungsgesetzes verlängern„ (19/19016) wird federführend im Haushaltsausschuss beraten werden.  Die Linke argumentiert, die Fristen reichten wegen der schleppenden Reaktion von Baufirmen auf Ausschreibungen kaum aus. Die Corona-Krise verschärfe die Herausforderungen für Kommunen zusätzlich. Daher sollten die Förderzeiträume des Kommunalinvestitionsförderungsgesetzes verlängert werden.

Lebensdauer von Elektrogeräten: Im federführenden Umweltausschuss soll ein weiterer Antrag der Fraktion Die Linke mit dem Titel “Längere Lebensdauer für Elektrogeräte„ (19/19643) beraten werden. Die Bundesregierung wird aufgefordert, einen Gesetzentwurf vorzulegen, der Mindestanforderungen an die Haltbarkeit von Elektrogeräten formuliert und die technische Langlebigkeit von Elektrogeräten verankert. Zudem sollen garantierte Mindestnutzbarkeitszeiten für alle Elektrogeräte eingeführt werden, beispielsweise zehn Jahre für Kühlgeräte und Waschmaschinen, acht Jahre für sonstige Küchenmaschinen, sechs Jahre für IT-, Telekommunikations- und Unterhaltungselektronikgeräte sowie drei 3 Jahre für Mobiltelefone. Auch müsse sichergestellt werden, dass die Verfügbarkeit von Softwareupgrades und Ersatzteilen für die Elektrogeräte garantiert ist. Darüber hinaus will die Fraktion Produktanforderungen wie einen modularen Aufbau einführen, damit die Geräte leicht reparierbar sind und ressourcenschonende Soft- und Hardware-Upgrades erhalten können.

Befahrensabgaben auf dem Nord-Ostsee-Kanal: “Befahrensabgaben auf dem Nord-Ostsee-Kanal absenken und flexibilisieren„ lautet der Titel eines Antrags der AfD-Fraktion (19/19650), der zur federführenden Beratung an den Verkehrsausschuss überwiesen wurde. Zur Begründung heißt es, der drastische Verfall der Rohöl- und damit der Bunkerpreise veranlassten viele Reeder oder Charterer, den Seeweg der sogenannten Skagen-Route zu wählen und den Nord-Ostsee-Kanal zu meiden, was wirtschaftlich nachzuvollziehen sei. Dadurch sänken aber die Schifffahrtspassagen durch den Nord-Ostsee-Kanal drastisch. Der Kanal habe dadurch eine Verkehrseinbuße um geschätzte 50 Prozent gegenüber den üblichen Verkehren. Folglich müssten die für den Betrieb des Nord-Ostsee-Kanals zuständigen Behörden in die Lage versetzt werden, durch eine Flexibilisierung der Abgaben die Stellung des Kanals im Wettbewerb mit anderen Routen wie der Skagen-Route zu verbessern.

Abgesetzt: Nachhaltiges Bauen: Von der Tagesordnung abgesetzt wurde ein Antrag von CDU/CSU und SPD mit dem Titel “Innovativ, zukunftssicher und nachhaltig: Vorbild Bund – Das Bauen von Morgen heute fördern„, der federführend im Bauausschuss beraten werden sollte.

Sanktionen gegen Russland: “Russlandsanktionen jetzt aufheben – Konjunkturprogramm in Zeiten der Corona-Krise in Gang bringen und politisches Zeichen setzen„ ist ein Antrag der AfD-Fraktion (19/20077) überschrieben, der federführend im Auswärtigen Ausschuss beraten werden soll. Darin fordern die Abgeordneten von der Bundesregierung, “der turnusmäßig im Juni 2020 anstehenden Verlängerung der gegen Russland verhängten Sanktionen zu widersprechen„.

Pharmazeutische Forschung in Deutschland: Ein Antrag der AfD mit dem Titel “Pharmazeutische Forschung und Entwicklung in Deutschland national verankern und krisenfest machen„ (19/20078) soll federführend im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung beraten werden. Die Abgeordneten fordern, die Grundförderung der internationalen Impfstoff-Initiative “Coalition for Epidemic Preparedness Innovations“ (CEPI) von 90 Millionen auf 50 Millionen Euro zu reduzieren. Die frei gewordenen Mittel „sollen ausschließlich für deutsche Firmen (KMU) und Forschungseinrichtungen bereitgestellt werden“, so die Fraktion.

Mahnmal für die Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft: Ein weiterer Antrag der AfD mit dem Titel „Keine Verzögerungen beim Mahnmal für die Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft zulassen“ (19/20079) soll federführend im Ausschuss für Kultur und Medien weitere Beratung finden. „Nach Auffassung der Antragsteller ist es ein hochgradiges erinnerungspolitisches Ärgernis, dass es im dreißigsten Jahr nach der Friedlichen Revolution in der DDR und der Wiedervereinigung Deutschlands immer noch kein nationales Mahnmal für die Opfer der kommunistischen Gewaltherrschaft gibt“, schreibt die Fraktion in ihrem Antrag. Ein Grundstück für das Mahnmal solle schnellstmöglich gefunden und Personal für die Umsetzung des Baus bereitgestellt werden, heißt es.

Wirtschaftliche Beziehungen mit Nigeria: „Wirtschaftliche Beziehungen mit Nigeria intensivieren – Teilhabe und Selbstverantwortung stärken durch eigenstaatlich motivierte Geburtenverantwortung – Deutsche Wirtschaftsinteressen definieren und umsetzen“ (19/20080) lautet ein weiterer Antrag der AfD-Fraktion, der federführend im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung beraten wird. Laut Antrag solle die Bundesregierung die „gestiegene politische Bedeutung“ Nigerias international zur Geltung bringen. Statt Entwicklungshilfen bedürfe es einer „privilegierten wirtschaftlichen Zusammenarbeit“ mit dem Land, so die AfD.

Gewalt an Medienschaffenden: Ein Antrag der Linksfraktion will „Medienschaffende vor Übergriffen und Gewalt schützen“ (19/20032). Zur federführenden Beratung ging die Vorlage an den Innenausschuss. Mit dem Antrag will die Fraktionen einen „besseren Schutz der Pressefreiheit“ erwirken. Hierzu solle mit Journalistenverbänden gemeinsam eine Strategie erarbeitet werden, heißt es. Auch solle die Rolle der Presse verbindlich in die Ausbildungspläne von Polizisten mitaufgenommen werden, schreiben die Antragsteller.

Familiennachzug: „Familiennachzug wieder umfassend ermöglichen“ – dies fordert ein weiterer Antrag der Linken (19/20026), der ebenfalls federführend im Innenausschuss beraten werden soll. Darin wird die Bundesregierung aufgefordert, Menschen mit bereits erteilten Visa zum Familiennachzug oder zur Eheschließung die Einreise wieder zu ermöglichen. Auch soll es die Bundesregierung nach dem Willen der Fraktion „umgehend“ wieder ermöglichen, in den deutschen Auslandsvertretungen Familiennachzugsvisa zu beantragen und bereits ausgestellte Visa abzuholen. Seit Mitte März 2020, so die Fraktion, sei der Familiennachzug aufgrund der Corona-Maßnahmen weitestgehend zum Erliegen gekommen.

Sportstätten in Deutschland: „Dritter Goldener Plan Sport – 10 x 1 Milliarde für Sportstätten in Deutschland“, so der Titel eines Antrags der Linken (19/20035), für dessen Beratung der Sportausschuss die Federführung übernehmen wird. Mit ihrem Antrag wollen die Abgeordneten ein Programm erwirken, durch das die Sanierung sowie der Neubau von Schwimmbädern und anderen Sportstätten gefördert wird.

Digitale Zukunft: Zur federführenden Beratung an den Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit überwiesen wurde das Hauptgutachten des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung „Globale Umweltveränderungen“  mit dem Titel „Unsere gemeinsame digitale Zukunft“ (19/15004), das die Bundesregierung vorgelegt hat. Darin führt Beirat aus, dass Nachhaltigkeitsstrategien und -konzepte im Zeitalter der Digitalisierung grundlegend weiterentwickelt werden müssten. Nur wenn der digitale Wandel und die Transformation zur Nachhaltigkeit synchronisiert würden, könne es gelingen, Klima- und Erdsystemschutz sowie soziale Fortschritte menschlicher Entwicklung voranzubringen. Es sei daher eine politische Aufgabe, „Bedingungen dafür zu schaffen, die Digitalisierung in den Dienst nachhaltiger Entwicklung“ zu stellen, schreibt der Beirat. Die Veränderungen sollten auf das Gemeinwohl und die Steigerung der Lebensqualität ausgerichtet werden, heißt es weiter. Ein kurzfristiges Ziel sei, die Digitalisierung mit den globalen Nachhaltigkeitszielen und den Zielen des Pariser Klimaübereinkommens in Einklang zu bringen. Neue Technologien könnten dafür genutzt werden, Zugang zu Basisdienstleistungen wie Gesundheitsversorgung, Bildung, Energie und Informationen zu schaffen und Umweltzerstörung zu verhindern, heißt es weiter. Beispiele dafür seien etwa intelligente Energienetze zur Förderung der Energiewende oder geteilte Mobilität zur Senkung des Verkehrsaufkommens. Um gesellschaftlichen Umbrüchen zu begegnen, müssten Vorkehrungen getroffen werden. Dies betreffe den Wandel in der Arbeitswelt, den Ersatz realweltlicher Erfahrungen in virtuellen Räumen, aber auch die Wirkungen von Künstlicher Intelligenz. Einkalkuliert werden müssten Risiken für die menschliche Integrität. Ethische Aspekte seien etwa bei sensiblen Neurodaten oder Neuroprothesen unzureichend berücksichtigt. 

Legitimation von Umweltpolitik: „Demokratisch regieren in ökologischen Grenzen – Zur Legitimation von Umweltpolitik“ lautet der Titel eines Sondergutachtens des Sachverständigenrates für Umweltfragen (19/15335), das die Bundesregierung vorgelegt hat und das federführend im Umweltausschuss beraten werden soll. Das Gremium untersucht „die prozeduralen und institutionellen Voraussetzungen für ein Regieren innerhalb ökologischer Belastungsgrenzen“. Der Sachverständigenrat will zeigen, „dass eine auf den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen gerichtete Umweltpolitik auf starke naturwissenschaftliche, rechtliche, gesellschaftliche und ökonomische Legitimationsgrundlagen zurückgreifen kann“. Zudem werden in dem Gutachten Empfehlungen gegeben zu der Frage, „wie bestehende politische Institutionen, Prozesse und Instrumente verbessert werden können, um lebenswichtigen ökologischen Anforderungen einen höheren Stellenwert einzuräumen und im Hinblick auf die Zukunftsverantwortung des Staates die Belange junger und künftiger Generationen besser in die Entscheidungsfindung zu integrieren“.

Rechnung des Bundesrechnungshofes für das Haushaltsjahr 2019: Der Präsident des Bundesrechnungshofs, Kay Scheller, bittet in seinem Antrag mit dem Titel „Rechnung des Bundesrechnungshofes für das Haushaltsjahr 2019 – Einzelplan 20“ (19/19847) die den Abgeordneten zugeleitete Rechnung zu prüfen und die Entscheidung des Deutschen Bundestages über die Entlastung herbeizuführen. Der Einzelplan 20 des Bundeshaushalt enthält den Haushalt für den Bundesrechnungshof in Bonn. Die federführende Beratung des Antrags findet im Haushaltsausschuss statt.

„Corona-Warn-App“: Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen legt einen Gesetzentwurf (19/20037) vor, der bei der Nutzung der „Corona-Warn-App“ zur Nachverfolgung von Infektionsrisiken neben der Notwendigkeit höchster Datenschutz- und IT-Sicherheitsstandards die Freiwilligkeit der Nutzung als Voraussetzung für die nötige Akzeptanz in der Bevölkerung regeln soll. In dem Entwurf wird klargestellt, dass die Nutzung oder die Offenbarung von Daten aus der Nutzung der App nicht dem Direktionsrecht des Arbeitgebers und dem Weisungsrecht des Dienstherrn unterliegen. Beschäftigte sollen durch die Nutzung der Anwendung auch keine finanziellen Einbußen befürchten müssen. Der Entwurf wurde zur weiteren Beratung an den federführenden Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz überwiesen.

Deutsche Kolonialzeit: Die AfD-Fraktion möchte mit ihrem Antrag (19/15784), der zur weiteren Beratung an den federführenden Ausschuss für Kultur und Medien überwiesen wurde, die deutsche Kolonialzeit kulturpolitisch differenziert aufarbeiten. Die AfD fordert darin unter anderem, im Rahmen eines Dialogprozesses mit Vertretern der ehemaligen deutschen Kolonien „auf eine differenzierte Sicht der deutschen Kolonialzeit hinzuarbeiten, wobei neben den zweifellos geschehenden Grausamkeiten insbesondere die gewinnbringenden Errungenschaften dieser Zeit herauszustellen sind“. Reparationsforderungen wie zum Beispiel der Nachfahren der Herero und Nama, die auf einer zweifelhaften Grundlage erhoben werden, so die Fraktion, soll mit Entschiedenheit entgegengetreten werden. 

Reform der Kfz-Steuer: Bündnis 90/Die Grünen wollen mit ihrem Antrag (19/17794) durch Anpassung der Kfz-Steuer eine Lenkungswirkung zu emissionsarmen und emissionsfreien Autos entfalten. Dafür sei die Bemessungsgrundlage der Steuer hauptsächlich auf die Kohlendioxid-Prüfwerte pro Kilometer zu beziehen, so dass sich die Kfz-Steuer bei Pkw-Neuzulassungen ab dem 1. Januar 2021 wesentlich an den Kohlendioxidemissionen ausrichtet und von ihr eine effektive Lenkungswirkung beim Neuwagenkauf hin zu emissionsärmeren bzw. emissionsfreien Antrieben ausgeht. Zudem schlägt die Fraktion vor, die Kaufprämie für Elektrofahrzeuge durch ein Bonus-Malus-System in der Kfz-Steuer zu ersetzen, sodass rein elektrische Fahrzeuge eine Gutschrift erhalten. Der Antrag wurde zur weiteren federführenden Beratung in den Finanzausschuss überwiesen.

Nahost-Friedensprozess: Mit ihrem Antrag (19/19422) will die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen die Zwei-Staaten-Regelung im israelisch-palästinensischen Konflikt offen halten und vorantreiben. Die Fraktion fordert darin die Sicherheit des Staates Israels als ein zentrales Prinzip der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik sowie die Schaffung eines souveränen, demokratischen, und lebensfähigen palästinensischen Staates. Einseitige Annexionen besetzter Gebiete seien nicht anzuerkennen und als völkerrechtswidrig zu bewerten. Der Antrag soll im federführenden Auswärtigen Ausschuss weiter beraten werden.

Gesundheitsversorgung in der Corona-Krise: Mit ihrem Antrag (19/19538) fordert die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen die Kostenübernahme für die Testung und Behandlung von Covid-19 für alle Menschen ohne Krankenversicherung. Auch soll dafür gesorgt werden, dass alle in Deutschland lebenden Menschen, unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus, Zugang zu Corona-Tests haben und ärztliche Hilfe aufsuchen können, ohne Gefahr zu laufen, dass ihre persönlichen Daten an Polizei oder Ausländerbehörden weitergegeben werden. Die Fraktion schlägt zudem vor, eine durch den Bund koordinierte Zusammenarbeit von Bund, Ländern, Kommunen und sozialen Trägern zu organisieren, um eine flächendeckende temporäre Einzelunterbringung von wohnungslosen Menschen in Hotels, Pensionen oder Jugendherbergen zu gewährleisten, sowie im Falle einer Infektion mit COVID-19 Quarantäneräume zur Verfügung zu stellen. Der Antrag wurde zur weiteren Beratung an den federführenden Gesundheitsausschuss überwiesen. 

Europäische Verkehrswende: Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen schlägt in ihrem Antrag (19/19558) vor, die deutsche EU-Ratspräsidentschaft für eine europäische Verkehrswende im Zusammenspiel zwischen Europäischer Kommission, Europäischem Parlament und Mitgliedstaaten zu nutzen. Dabei sollen die Sozialstandards im europäischen Güterverkehr deutlich verbessert werden, indem insbesondere die der Berufskraftfahrer angehoben und mit europaweit einheitlichen Kontrollstandards durchgesetzt werden. Zu den vorgeschlagenen Maßnahmen der Fraktion zählen unter anderem die Stärkung des grenzüberschreitenden Güterverkehrs auf der Schiene sowie die Erarbeitung und Umsetzung eines europäischen Nachtzugnetzes der EU-Hauptstädte sowie weiterer Großstädte und Ballungsräume. Der Antrag wurde zur weiteren Beratung an den federführenden Verkehrsausschuss überwiesen.

Belastung durch Allergien: Ein Antrag von Bündnis 90/Die Grünen (19/19865) will die hohe Belastung durch Allergien mit einem Aktionsprogramm reduzieren und die Versorgungssituation von Allergikerinnen und Allergikern verbessern. Zu den Vorschlägen zum Schutz der Bevölkerung zählen zum Beispiel Maßnahmen der Allergieprävention und des Verbraucherschutzes im Hinblick auf allergene Stoffe sowie ein umfassendes, angemessenes Informationsangebot rund um die Entstehung von Allergien und zu Behandlungsmöglichkeiten. Der Antrag wird im federführenden Gesundheitsausschuss weiter beraten.

Digitaler Sozialstaat: Die AfD hat einen Antrag mit dem Titel „Corona digital bekämpfen – Senioren, Familien und Jugendlichen digitale Möglichkeiten zur Linderung der Corona-Krise aufzeigen“ (19/20114) eingebracht. Die Federführung über die weiteren Beratungen übernimmt der Familienausschuss. Mit Blick auf die Corona-Krise, so die Fraktion, seien digitale Technologien insbesondere für Risikogruppen von hoher Bedeutung. Die Abgeordneten argumentieren, dass sie durch solche Technologien in die Lage versetzt werden könnten, spezifische Leistungen des Sozialstaates abzurufen. So solle die Bundesregierung etwa auf die Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und das Saarland einwirken, sodass auch dort das Elterngeld digital beantragt werden könne, fordert die AfD.

Reform der WHO: Die AfD-Fraktion fordert mit ihrem Antrag (19/20115) eine Reform der Weltgesundheitsorganisation sowie mehr Transparenz in der globalen Gesundheitspolitik. Im federführenden Gesundheitsausschuss soll der Antrag weiter beraten werden. Die AfD zitiert in ihrer Vorlage kritische Stimmen an der Datentransparenz der Organisation. Es müssten deshalb, so die Abgeordneten, konkrete Arbeitsweisen etabliert werden, die die Datenveröffentlichung regeln. 

Rückkehr zum Regelbetrieb I: Mit ihrem Antrag  (19/20116) fordert die AfD-Fraktion, Rehakliniken und den Kurbetrieb in den Regelbetrieb zurückkehren zu lassen. Die Federführung für die weitere Beratung hat der Gesundheitsausschuss inne. Bereits entstandene Mindereinnahmen sollen durch eine „Pauschalförderung in Höhe der durch die Pandemie ausgelösten Mindereinnahmen“ ausgeglichen werden, heißt es.

Rückkehr zum Regelbetrieb II: Auch die Krankenhäuser sollen in den Regelbetrieb zurückkehren: Das fordert ein Antrag der AfD-Fraktion (19/20117), der ebenfalls im federführenden Gesundheitsausschuss weiter beraten werden soll. Finanzielle Fehlanreize, die das unnötige Freihalten von Betten begünstigten, sollen laut Fraktion beseitigt werden.

Immunabwehr stärken: Ebenfalls im Gesundheitsausschuss soll federführend der Antrag der AfD-Fraktion beraten werden mit dem Titel „Schwere Verlaufsformen bei Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 reduzieren – Vitamin D-Mangel in der Bevölkerung beseitigen, Immunabwehr stärken“ (19/20118). Die AfD fordert die Bundesregierung in ihrem Antrag auf, „die Bevölkerung in Deutschland umfassend über die gesundheitlichen Folgen einer mangelhaften oder suboptimalen Vitamin D-Versorgung in Bezug auf akute Atemwegserkrankungen und andere Erkrankungen zu informieren und dabei ebenfalls auf mögliche Dosierungsfehler hinzuweisen“.

Situation in Seniorenheimen: Mit ihrem Antrag (19/20119) will die AfD-Fraktion die Bewegungsfreiheit für Bewohner von Seniorenheimen sicherstellen. Die Federführung liegt wie die Anträge zuvor beim Ausschuss für Gesundheit. Senioren sollten mit Blick auf die Corona-Maßnahmen nicht schlechter gestellt werden als andere Bevölkerungsgruppen, schreiben die Abgeordneten in ihrem Antrag.

Haltung von Nutztieren: Ein Antrag der AfD-Fraktion (19/20120) fordert zukunftsfähige Nutztierhaltung sowie Planungs- und Investitionssicherheit für Landwirte. Die Federführung für die weitere Beratung hat der Landwirtschaftsausschuss inne. Gemeinsam mit Vertretern der Nutztierhaltung und den Ländern, solle die Bundesregierung „zeitnah Haltungsbedingungen für eine ganzheitlich durchdachte, wirtschaftlich wettbewerbsfähige und tierschutzgerechte Nutztierhaltung erarbeiten und in der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung festlegen“. 

Au-pair-Programme: Die FDP-Fraktion will mit ihrem Antrag (19/20059) Au-pair-Programme stärken und entsprechende Verfahren beschleunigen, indem Visumanträge von Au-pairs in den deutschen Botschaften trotz der Corona-Pandemie zügig bearbeitet werden. Zudem soll eine Übergangsregelung geschaffen werden, damit bereits erworbene Visa aufgrund der derzeitigen Reisebeschränkungen nicht verfallen, sondern in diesen Fällen auch eine spätere Einreise nach Deutschland ohne zusätzliche zeitliche Verzögerungen möglich ist. Der FDP-Antrag wird im federführenden Innenausschuss weiter beraten.

Einreise aus Nicht-EU-Staaten: Die berufsbedingte Einreise aus Nicht-EU-Staaten auch praktisch zu ermöglichen – dies sieht ein FDP-Antrag (19/20054) vor, der ebenfalls in den federführenden Innenausschuss überwiesen wurde. Der Antrag fordert, Visumanträge für Personengruppen, die derzeit zu einer berufsbedingten Einreise nach Deutschland berechtigt sind, in den deutschen Botschaften trotz der Corona-Pandemie zügig zu bearbeiten und dabei auch pragmatische Lösungen in Betracht zu ziehen, zum Beispiel durch digitale Verfahrensschritte.

Steuergerechtigkeit für Unternehmen: Ein FDP-Antrag mit dem Titel  „Thesaurierungsbegünstigungen für Unternehmen“ (19/20055) fordert eine gerechtere Besteuerung und die Thesaurierungsbegünstigung für alle Personengesellschaften. Wichtig sei für Deutschlands Unternehmenslandschaft, die insbesondere auch von mittelständischen Unternehmen geprägt ist, eine für kleine und mittlere Unternehmen praktikable Lösung. Bisher, so schreibt die FDP in ihrem Antrag, seien die auf den Begünstigungsbetrag entfallenden Ertragsteuern aus bereits voll versteuertem Einkommen zu leisten. Um eine Ungleichbehandlung im Vergleich mit den Kapitalgesellschaften zu verhindern, sollten die Ertragsteuern in den Begünstigungsbetrag einbezogen werden. Der Antrag wurde zur weiteren Beratung an den federführenden Wirtschaftsausschuss überwiesen.

Europäische Verkehrspolitik: Ein Antrag der FDP-Fraktion will gute Mobilität für europäische Bürger (19/20043) und fordert im Rahmen der Ratspräsidentschaft der Bundesrepublik Deutschland, den europäischen Emissionshandel auf den Verkehrssektor auszuweiten. Dabei sollen Innovationen in der Mobilität zum Beispiel für alternative Antriebe und Kraftstoffe, wie Wasserstoff oder synthetische Kraftstoffe, technologieoffen ermöglicht und die notwendigen marktwirtschaftlichen, rechtlichen und infrastrukturellen Rahmenbedingungen für eine effektive flächendeckende Marktdurchsetzung geschaffen werden. Der Antrag wurde zur weiteren Beratung in den federführenden Verkehrsausschuss überwiesen.

Saubere Luft: Ein FDP-Antrag will saubere Luft durch wirksame und verhältnismäßige Maßnahmen gewährleisten (19/20056). Die weitere Beratung soll federführend im Umweltausschuss stattfinden. Laut FDP-Antrag seien Fahrverbote kein geeignetes Mittel, um die Luftqualität in den Innenstädten nachhaltig zu verbessern, insofern seinen diese nur dann zulässig, wenn sie nachweislich zur Luftreinhaltung beitragen. Zudem fordert die FDP eine wissenschaftliche Untersuchung der Einflussquellen und deren Beitrag zur Luftverschmutzung, eine Evaluation darüber, welche weiteren Maßnahmen außer Fahrverboten zur Verbesserung der Luftqualität möglich sind, sowie eine europaweite Vergleichbarkeit von Immissionsmessmethoden.

Corona-Prämien: Die FDP-Fraktion will mit einem Antrag (19/20061) dafür sorgen, dass Corona-Prämien an Arbeitnehmer Steuerbegünstigung nicht gefährden. Die Fraktion führt dazu aus, dass viele Bürgerinnen und Bürger in Deutschland bei steuerbegünstigten Körperschaften beschäftigt seien. Durch Änderungen im Paragrafen 55 der Abgabenordnung könnten gesetzliche Unsicherheiten für steuerbegünstigte Körperschaften beseitigt werden. Arbeitgeberinnen im steuerbegünstigten Bereich könnten folglich ihren Arbeitnehmern die marktüblichen steuerfreien Corona-Beihilfen zahlen, ohne gegen das Gebot der Selbstlosigkeit verstoßen zu müssen. Der Antrag wird im federführenden Finanzausschuss weiter beraten.

Reform von Interpol Mechanismen: Die Interpol Mechanismen „Red Notices“ und „Diffusions“ zur Sicherung der Menschenrechte sollen reformiert und abgesichert werden. Dies sieht ein Antrag der FDP-Fraktion vor (19/20019), der im federführenden Innenausschuss weiter beraten wird. Die FDP fordert in ihrem Antrag, Reformprozesse der Interpol Fahndungsausschreibungsmechanismen mit dem Ziel zu unterstützen, eine konsequentere Prüfung der Ausschreibungen zu gewährleisten und sich für eine verbesserte Implementierung der bestehenden Systeme zum Schutz der Menschenrechte einzusetzen. Auch sei eine konsequente Anwendung und Überprüfung der bestehenden Maßnahmen notwendig, um beispielsweise eine mögliche Instrumentalisierung demokratischer Behörden als verlängerter Arm von autoritären Regierungen zu verhindern.

Corona-Hilfen für Selbstständige: Die FDP-Fraktion will mit einem Antrag (19/20049) die sogenannten Überbrückungshilfen für Selbständige, Freiberufler und Freelancer pragmatisch ausgestalten und die Deckung des Lebensunterhalts gewährleisten. Es sei darauf zu achten, dass bei den Überbrückungshilfen keine strengeren Maßstäbe gelten als bei den Corona-Soforthilfen. Die Laufzeit der Hilfen sollte zudem analog der Sonderregelungen beim Kurzarbeitergeld bis Ende des Jahres andauern. Der Antrag wurde zur weiteren Beratung an den federführenden Wirtschaftsausschuss überwiesen.

Wissenschaft im Dialog: Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen will mit ihrem Antrag (19/20041) Wissenschaftskommunikation und Wissenschaftsjournalismus umfassend stärken. Dazu soll ein neues Forschungsprogramm „Wissenschaftskommunikation“ im Bundesbildungs- und Forschungsministerium (BMBF) eingerichtet und dabei insbesondere Projekte in den Bereichen Qualitätsindikatorik und Wirksamkeitsmessung von Wissenschaftskommunikation sowie Entstehung, Ausmaß und Umgang mit Desinformation schwerpunktmäßig gefördert werden. Der Antrag wird im federführenden Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung weiter beraten.

130 km/h auf Bundesautobahnen: „Verkehrssicherheit auf allen Straßen erhöhen – Sicherheitstempo 130 km/h auf Bundesautobahnen einführen“ (19/20064), heißt an Antrag der Grünen, der federführend im Verkehrsausschuss beraten werden soll. Darin wird die Bundesregierung aufgefordert, ab dem 1. Januar 2021 auf allen Bundesautobahnen die generelle Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h sowie auf zweispurigen Landstraßen die generelle Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h einzuführen.

Unternehmen entlasten: Ein Antrag der FDP mit dem Titel „Unternehmen schnell und effizient entlasten – Ist-Versteuerung als bundesweiten Standard setzen“ (19/20062) wird federführend im Finanzausschuss beraten werden soll. Nach Ansicht der Fraktion soll das deutsche Steuersystem angepasst werden. Die Versteuerung nach vereinnahmten Entgelten solle als alleiniger Standard zum dritten Quartal 2020 im Steueranspruch festgesetzt werden, schreiben die Abgeordneten.

Tierwohl: Federführend im Landwirtschaftsausschuss beraten wird ein Antrag der FDP mit dem Titel „Tierwohl europäisch denken und baurechtlich ermöglichen“ (19/20047). In ihrem Antrag fordern die Abgeordneten die Entwicklung einer EU-Nutztierstrategie, „die einen langfristigen Entwicklungspfad für Tierhaltungsbedingungen in Europa aufzeigt“. Auf europäischer Ebene solle ein Konzept für die „Einführung eines bindenden, mehrstufigen Tierwohl- und Herkunftskennzeichens für alle tierischen Erzeugnisse über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg“ vorangebracht werden.

(vom/ste/vst/18.06.2020)

Reden zu diesem Tagesordnungspunkt

Hans-Peter Friedrich

Hans-Peter Friedrich

© DBT / Inga Haar

Friedrich (Hof), Dr. Hans-Peter

Bundestagsvizepräsident

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    PDF | 244 KB — Status: 16.06.2020
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  • 19/20037 - Gesetzentwurf: Entwurf eines Gesetzes zur zivil-, arbeits- und dienstrechtlichen Sicherung der Freiwilligkeit der Nutzung und zur Zweckbindung mobiler elektronischer Anwendungen zur Nachverfolgung von Infektionsrisiken (Tracing-App-Freiwilligkeits-und Zweckbindungs-Gesetz -TrAppFZG)
    PDF | 437 KB — Status: 16.06.2020
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  • 19/20041 - Antrag: Wissenschaft im Dialog mit Gesellschaft - Wissenschaftskommunikation und Wissenschaftsjournalismus umfassend stärken
    PDF | 333 KB — Status: 16.06.2020
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  • 19/20043 - Antrag: Gute Mobilität für europäische Bürger - Schwerpunkte in der Verkehrspolitik während der deutschen Ratspräsidentschaft
    PDF | 262 KB — Status: 16.06.2020
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  • 19/20047 - Antrag: Tierwohl europäisch denken und baurechtlich ermöglichen
    PDF | 277 KB — Status: 16.06.2020
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  • 19/20049 - Antrag: Corona-Hilfen für Selbständige, Freiberufler und Freelancer - Überbrückungshilfen pragmatisch ausgestalten, Deckung des Lebensunterhalts gewährleisten
    PDF | 232 KB — Status: 16.06.2020
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  • 19/20054 - Antrag: Berufsbedingte Einreisen aus Drittstaaten auch praktisch ermöglichen
    PDF | 256 KB — Status: 16.06.2020
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  • 19/20055 - Antrag: Thesaurierungsbegünstigung für Unternehmen
    PDF | 239 KB — Status: 16.06.2020
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  • 19/20056 - Antrag: Saubere Luft durch wirksame und verhältnismäßige Maßnahmen gewährleisten
    PDF | 253 KB — Status: 16.06.2020
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  • 19/20059 - Antrag: Au-pair-Programme stärken - Verfahren beschleunigen und Klarheit schaffen
    PDF | 234 KB — Status: 16.06.2020
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  • 19/20061 - Antrag: Corona-Prämien an Arbeitnehmer dürfen Steuerbegünstigung nicht gefährden
    PDF | 228 KB — Status: 16.06.2020
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  • 19/20062 - Antrag: Unternehmen schnell und effizient entlasten - Ist-Versteuerung als bundesweiten Standard setzen
    PDF | 237 KB — Status: 16.06.2020
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  • 19/20064 - Antrag: Verkehrssicherheit auf allen Straßen erhöhen - Sicherheitstempo 130 km/h auf Bundesautobahnen einführen
    PDF | 255 KB — Status: 16.06.2020
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  • 19/20077 - Antrag: Russlandsanktionen jetzt aufheben - Konjunkturprogramm in Zeiten der Corona-Krise in Gang bringen und politisches Zeichen setzen
    PDF | 237 KB — Status: 17.06.2020
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  • 19/20078 - Antrag: Pharmazeutische Forschung und Entwicklung in Deutschland national verankern und krisenfest machen
    PDF | 266 KB — Status: 17.06.2020
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  • 19/20079 - Antrag: Keine Verzögerungen beim Mahnmal für die Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft zulassen
    PDF | 235 KB — Status: 17.06.2020
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  • 19/20080 - Antrag: Wirtschaftliche Beziehungen mit Nigeria intensivieren - Teilhabe und Selbstverantwortung stärken durch eigenstaatlich motivierte Geburtenverantwortung - Deutsche Wirtschaftsinteressen definieren und umsetzen
    PDF | 277 KB — Status: 17.06.2020
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  • 19/20114 - Antrag: Corona digital bekämpfen - Senioren, Familien und Jugendlichen digitale Möglichkeiten zur Linderung der Corona-Krise aufzeigen
    PDF | 243 KB — Status: 17.06.2020
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  • 19/20115 - Antrag: Die Reform der Weltgesundheitsorganisation - Für mehr Transparenz in der globalen Gesundheitspolitik
    PDF | 276 KB — Status: 17.06.2020
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  • 19/20116 - Antrag: Rehakliniken und Kurbetrieb in den Regelbetrieb zurückkehren lassen
    PDF | 239 KB — Status: 17.06.2020
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  • 19/20117 - Antrag: Krankenhäuser in den Regelbetrieb zurückkehren lassen
    PDF | 233 KB — Status: 17.06.2020
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  • 19/20118 - Antrag: Schwere Verlaufsformen bei Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 reduzieren - Vitamin D-Mangel in der Bevölkerung beseitigen, Immunabwehr stärken
    PDF | 277 KB — Status: 17.06.2020
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  • 19/20119 - Antrag: Bewegungsfreiheit für Bewohner von Seniorenheimen sicherstellen
    PDF | 227 KB — Status: 17.06.2020
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  • 19/20120 - Antrag: Zukunftsfähige Nutztierhaltung - Planungs- und Investitionssicherheit für Landwirte herstellen
    PDF | 252 KB — Status: 17.06.2020
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  • Fundstelle im Plenarprotokoll (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)

Beschluss

  • Überweisung beschlossen

Tagesordnung

Sitzungsverlauf

Herausgeber

Deutscher Bundestag, Online-Dienste

Parlament

Überweisungen im vereinfachten Verfahren

Ohne Aussprache hat der Bundestag am Donnerstag, 10. Dezember 2020, eine Reihe von Vorlagen zur weiteren Beratung in die Ausschüsse überwiesen:

Recht und Verbraucherschutz

Gewalt gegen Kinder: Die Bundesregierung legte einen Gesetzentwurf zur Bekämpfung sexualisierter Gewalt gegen Kinder (19/24901) vor. Die Vorlage soll nun im Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz federführend beraten werden. Laut Entwurf soll mit einer begrifflichen Neufassung der bisherigen Straftatbestände des „sexuellen Missbrauchs von Kindern“ als „sexualisierte Gewalt gegen Kinder“ das Unrecht dieser Straftaten klarer umschrieben werden. Der bisherige Straftatbestand des sexuellen Missbrauchs von Kindern soll in drei Straftatbestände aufgespalten werden, um den Deliktsbereich übersichtlicher zu gestalten und entsprechend der jeweiligen Schwere der Delikte abgestufte Strafrahmen zu ermöglichen. Sexualisierte Gewalt gegen Kinder soll künftig bereits im Grundtatbestand als Verbrechen geahndet werden.

Inneres und Heimat

Sold: Die Bundesregierung hat außerdem einen Gesetzentwurf für eine einmalige Sonderzahlung aus Anlass der Covid-19-Pandemie an Besoldungs- und Wehrsoldempfänger (19/24839) vorgelegt. Die Vorlage soll im Ausschuss für Inneres und Heimat federführend beraten werden. Demnach ist eine einmalige Sonderzahlung an Beamte und Soldaten anlässlich der Covid-19-Pandemie vorgesehen. Danach sollen Besoldungsempfänger der Besoldungsgruppen A 3 bis A 15 sowie Wehrsoldempfänger noch im laufenden Jahr zur Abmilderung der zusätzlichen Belastung durch die Covid-19-Pandemie eine solche Sonderzahlung erhalten. Zugleich soll mit dem Gesetzentwurf geregelt werden, dass eine entsprechende Zahlung nicht auf die Versorgungsbezüge nach dem Beamtenversorgungsgesetz und dem Soldatenversorgungsgesetz angerechnet wird.

E-Government: Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hat einen Antrag (19/25029) zur verfassungskonformen Umsetzung der Registermodernisierung eingebracht. Die Vorlage soll im Ausschuss für Inneres und Heimat federführend beraten werden. Die Fraktion fordert darin, die schwerwiegenden verfassungsrechtlichen Bedenken ernst zu nehmen und die Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts zu beachten, indem auf die Steuer-ID als bereichsübergreifendes Datum bei der Registermodernisierung verzichtet wird.

Gesundheit

Krankenversicherung: Die Fraktion Die Linke verlangt in einem Antrag eine gute Gesundheitsversorgung auch für Menschen ohne Krankenversicherung oder mit Beitragsschulden und für Geflüchtete zu garantieren (19/17543). Die Abgeordneten fordern in dem Antrag unter anderem einen Härtefallfonds für die Behandlung von Menschen ohne Absicherung im Krankheitsfall. Ferner sollten bundeseinheitliche Regelungen für die Einführung eines anonymen Krankenscheins zur Versorgung von Unversicherten oder Illegalisierten im Regelversorgungssystem geschaffen werden. Nun soll die Vorlage im Gesundheitsausschuss federführend beraten werden.

Arbeit und Soziales

Mindestlohn: Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen legte einen Antrag (19/22554) für einen höheren gesetzlichen Mindestlohn und eine Reform der Mindestlohnkommission vor. Dieser soll nun im Ausschuss für Arbeit und Soziales federführend beraten werden. Mit der Vorlage soll eine symbolische Aufwertung von Tätigkeiten im Niedriglohnsektor sowie eine finanzielle Anerkennung erfolgen, die sich nicht in Einmalzahlungen erschöpft. Die am 30. Juli 2020 von der Mindestlohnkommission beschlossene schrittweise Erhöhung des Mindestlohns auf 10,45 Euro bis zum Juli 2022 reiche dafür nicht aus. Erforderlich sei ene schrittweise Erhöhung auf zwölf Euro.

Auswärtiges

Beziehung zu Japan: Ein Antrag der FDP (19/25028), der im federführenden Auswärtigen Ausschuss beraten werden soll, will die Beziehungen zu Japan stärken. So soll der Grundstein für eine stärkere politische Zusammenarbeit mit den Ländern in der Region Asien-Pazifik gelegt werden, indem ein deutsch-japanischer Freundschaftsvertrag angestrebt und eine deutsch-japanische Versammlung ins Leben gerufen werden soll.

Abgesetzt: Antrag zur Chinapolitik: Die Überweisung eines angekündigten Antrags der Freien Demokraten mit dem Titel „Herausforderungen begegnen, Chancen nutzen – Die Chinapolitik Deutschlands und der EU neu justieren“ hat der Bundestag von der Tagesordnung abgesetzt.

Ernährung und Landwirtschaft

Grünland: Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hat einen Antrag zur Verbesserung des Grünland- und Klimaschutzes vorgelegt, wobei der Ackerstatus bei dauernder Grünlandnutzung erhalten bleiben soll. Die Vorlage (19/25006) soll im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft federführend beraten werden. Die Bundesregierung wird aufgefordert, den Grünland- und Klimaschutz zu verbessern und den Umbruch von Grünlandbeständen auf Ackerflächen zu verhindern. 

Verkehr

Sharing-Angebote: Die Verbesserung der rechtlichen Grundlagen für neue Sharing-Angebote fordern die Grünen in einem Antrag, der „das Teilen als Prinzip der Mobilität von morgen verankern“ will (19/25007). Federführend soll die Vorlage im Verkehrsausschuss beraten werden. Dem Antrag zufolge soll das Carsharinggesetz weitereinwickelt werden, um auch andere Mobilitätsdienste einzubeziehen. Als Beispiele nennt die Fraktion das Bikesharing, Scootersharing oder Ridepooling.

Bau, Wohnen, Stadtentwicklung, Kommunen

Historische Altstädte: Die AfD fordert in einem Antrag die Anpassung der Musterbauordnung „zum Erhalt historischer Altstädte“ (19/24999). Die Vorlage soll federführend im Bauausschuss beraten werden. Demnach solle im Rahmen der Bauministerkonferenz dafür gesorgt werden, dass der Erhalt und die Modernisierung historischer Bausubstanzen nicht durch „unangemessene“ Regelungen etwa im Bereich des Brandschutzes erschwert werde.

Finanzen

AvP-Insolvenz: „Insolvenz des Rezeptabrechners AvP – Aufarbeitung vorantreiben, finanzielle Sicherheit im Gesundheitssystem erhöhen“ lautet der Titel eines Antrags der FDP (19/24966), der federführend im Finanzausschuss beraten werden soll. Darin fordern die Liberalen die Bundesregierung auf, einen Bericht über die Auswirkungen der AvP-Insolvenz auf das Deutsche Gesundheitssystem und insbesondere auf die Versorgungssicherheit vorzulegen. Außerdem fordern die Freien Demokraten Vorschläge zur Entschlackung der Abrechnungsbürokratie. 

(eis/ste/10.12.2020)

Reden zu diesem Tagesordnungspunkt

Wolfgang Kubicki

Wolfgang Kubicki

© Wolfgang Kubicki/ Tobias Koch

Kubicki, Wolfgang

Bundestagsvizepräsident

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Dokumente

  • 19/17543 - Antrag: Gute Gesundheitsversorgung auch für Menschen ohne Krankenversicherung oder mit Beitragsschulden und Geflüchtete
    PDF | 279 KB — Status: 04.03.2020
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 19/22554 - Antrag: Mindestlohn erhöhen, durchsetzen und die Mindestlohnkommission reformieren
    PDF | 256 KB — Status: 16.09.2020
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 19/24839 - Gesetzentwurf: Entwurf eines Gesetzes über eine einmalige Sonderzahlung aus Anlass der COVID-19-Pandemie an Besoldungs- und Wehrsoldempfänger
    PDF | 389 KB — Status: 30.11.2020
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  • 19/24901 - Gesetzentwurf: Entwurf eines Gesetzes zur Bekämpfung sexualisierter Gewalt gegen Kinder
    PDF | 606 KB — Status: 02.12.2020
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  • 19/24966 - Antrag: Insolvenz des Rezeptabrechners AvP - Aufarbeitung vorantreiben, finanzielle Sicherheit im Gesundheitssystem erhöhen
    PDF | 237 KB — Status: 07.12.2020
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  • 19/24999 - Antrag: Anpassung der Musterbauordnung zum Erhalt historischer Altstädte
    PDF | 263 KB — Status: 08.12.2020
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 19/25006 - Antrag: Grünland- und Klimaschutz verbessern, Ackerstatus bei dauernder Grünlandnutzung erhalten
    PDF | 282 KB — Status: 08.12.2020
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 19/25007 - Antrag: Teilen als Prinzip der Mobilität von morgen verankern – Rechtliche Grundlagen für neue Sharing-Angebote verbessern
    PDF | 287 KB — Status: 08.12.2020
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 19/25028 - Antrag: Beziehungen zu Japan stärken
    PDF | 254 KB — Status: 08.12.2020
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  • 19/25029 - Antrag: E-Government entschlossen vorantreiben - Registermodernisierung verfassungskonform umsetzen
    PDF | 280 KB — Status: 08.12.2020
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  • Fundstelle im Plenarprotokoll (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)

Beschluss

  • Überweisung beschlossen

Tagesordnung

Sitzungsverlauf

Herausgeber

Deutscher Bundestag, Online-Dienste

Gesundheit

Sozialexperten fordern bessere Gesundheits­versorgung

Zeit: Mittwoch, 27. Januar 2021, 14 bis 15 Uhr
Ort: Berlin, Paul-Löbe-Haus, Sitzungssaal E 300

Soziale Hilfsorganisationen fordern eine bessere Gesundheitsversorgung für Menschen ohne oder mit eingeschränktem Versicherungsschutz. Die Verbände machten am Mittwoch, 27. Januar 2021 in einer Anhörung des Gesundheitsausschusses des Bundestages unter Vorsitz von Erwin Rüddel (CDU/CSU) über Anträge von Linken und Grünen deutlich, dass etwa Wohnungs- und Obdachlose, Flüchtlinge und Beitragsschuldner oft keinen adäquaten Zugang zur medizinischen Versorgung hätten. Die Sachverständigen äußerten sich in schriftlichen Stellungnahmen.

Antrag der Linken

Die Linksfraktion fordert in einem Antrag (19/17543) eine gute Gesundheitsversorgung auch für Menschen ohne Krankenversicherung oder mit Beitragsschulden. Viele Menschen in Deutschland erhielten nur Leistungen unterhalb des Notwendigen oder hätten gar keinen Anspruch auf medizinische Versorgung. Dies betreffe vor allem Obdachlose, Wohnungslose, Illegalisierte, Geflüchtete, Asylsuchende sowie erwerbslose Menschen aus EU-Mitgliedstaaten.

Die Abgeordneten fordern in dem Antrag unter anderem einen Härtefallfonds für die Behandlung von Menschen ohne Absicherung im Krankheitsfall. Ferner sollten bundeseinheitliche Regelungen für die Einführung eines anonymen Krankenscheins zur Versorgung von Unversicherten oder Illegalisierten im Regelversorgungssystem geschaffen werden. Allen mittellosen Personen mit Beitragsschulden in der gesetzlichen (GKV) und privaten Krankenversicherung (PKV) sollte ein dauerhafter Schuldenerlass gewährt werden. Ferner sollte die Mindestbemessung bei freiwillig Kranken- und Pflegeversicherten, auch Selbstständigen, auf 450 Euro abgesenkt werden. Der Basistarif der privaten Krankenversicherung sei perspektivisch in das System der kassenärztlichen Versorgung zu integrieren.

Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen

Eine ähnliche Zielsetzung verfolgt die Grünen-Fraktion mit ihrem Antrag (19/19538). Gerade in der Corona-Krise müsse für benachteiligte Gruppen der Zugang zur Gesundheitsversorgung verbessert werden. Erschwert sei der Zugang für Menschen ohne Papiere, ohne Wohnung, ohne Krankenversicherung, mit Beitragsschulden oder einem eingeschränkten Leistungsanspruch.

Die Abgeordneten fordern, für alle Menschen ohne Krankenversicherung die Kosten für Tests und die Behandlung von Covid-19 zu übernehmen. Für alle EU-Bürger, die sich in Deutschland aufhalten, müsse der Ausschluss aus dem Gesundheits- und Sozialleistungssystem beendet werden. Es müsse sichergestellt werden, dass alle in Deutschland lebenden Menschen, unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus, ärztliche Hilfe aufsuchen könnten, ohne Gefahr zu laufen, dass ihre persönlichen Daten an die Behörden überstellt werden.

BAGW: Gesundheit ist ein Menschenrecht

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAGW) schloss sich den Forderungen der beiden Fraktionen im Wesentlichen an. Gesundheit sei ein Menschenrecht. Nötig sei eine angemessene medizinische Versorgung von Menschen in Wohnungsnot. Auch müsse der Zugang nicht versicherter Menschen zum Gesundheitssystem gewährleistet sein.

Das Ziel sei seine Anbindung an das Regelsystem. Für viele Wohnungslose sei gerade in der Pandemie die medizinische Versorgung fragil. Diese Menschen litten oft unter Mehrfacherkrankungen, Vorerkrankungen und einem geschwächten Immunsystem.

Caritas: Zugangshürden zum Gesundheitssystem abbauen

Die Caritas erklärte, es sei ein zentrales sozialpolitisches Ziel des Caritasverbandes, die Zugangshürden zum Gesundheitssystem abzubauen und allen Menschen unabhängig von ihrem sozialversicherungsrechtlichen Status eine gute Gesundheitsversorgung zu sichern. Um bestimmten Patienten die Angst vor Sanktionen zu nehmen, sei ein anonymisierter Krankenversicherungsschein ein Ausweg aus dem Dilemma.

Allerdings sollten die Leistungen nicht auf Härtefälle beschränkt sein, sondern auch Vorsorgeleistungen umfassen. Ein Härtefallfonds werde nicht befürwortet, das Ziel sei ein klarer individueller Rechtsanspruch auf eine Krankenversicherung. Im Sinne der Beitragsschuldner, plädierte die Caritas für eine Amnestieregelung.

Ärzte der Welt: Problemlage wird unterschätzt

Nach Angaben der Organisation Ärzte der Welt haben Hunderttausende Menschen in Deutschland keinen Zugang zu medizinischer Versorgung. Neben administrativen und praktischen Hürden verhinderten auch bundesgesetzliche Barrieren den Zugang. 2019 hätten 2.583 Personen in Deutschland die Angebote des Ärzte-Vereins wahrgenommen.

Eine Auswertung der Projektdaten habe gezeigt, dass 11,1 Prozent der Patienten Kinder unter fünf Jahren waren. 72,6 Prozent der Patienten hätten keinen Versicherungsschutz gehabt, 21,6 Prozent nur einen Anspruch auf eingeschränkte Leistungen, 94,9 Prozent hätten unter der Armutsgrenze gelebt. Es sei davon auszugehen, dass deutlich mehr Menschen in Deutschland ohne Krankenversicherung lebten, als offiziell angenommen. Die Problemlage werde unterschätzt. (pk/27.01.2021)

Dokumente

  • 19/17543 - Antrag: Gute Gesundheitsversorgung auch für Menschen ohne Krankenversicherung oder mit Beitragsschulden und Geflüchtete
    PDF | 279 KB — Status: 04.03.2020
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  • 19/19538 - Antrag: Zugang zur Gesundheitsversorgung für alle Menschen sicherstellen - Rechte marginalisierter Gruppen in Zeiten der COVID-19-Pandemie nachhaltig stärken
    PDF | 292 KB — Status: 27.05.2020
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)

Protokolle

  • Protokoll der 130. öffentlichen Anhörung "Zugang Gesundheitsversorgung"

Sachverständigenliste

  • Sachverständigenliste

Stellungnahmen

  • Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe
  • Deutscher Caritasverband
  • Ärzte der Welt
  • GKV-Spitzenverband
  • Diakonie Deutschland
  • Verband der privaten Krankenversicherungen
  • MediBüro
  • Berliner Stadtmission

Weitere Informationen

  • Ausschuss für Gesundheit

Herausgeber

Deutscher Bundestag, Online-Dienste

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Stand: 26.01.2026